Neuigkeiten

Wichtigste Information aus meinem aktuellen Emailverkehr mit Dr. Knolle vom Nationalpark Harz:
Die aktuell bereits aufgestellten Schilder sind auf Grund eines Kommunikationsfehlers innerhalb des NP zu früh montiert wurden. Das diese Wege demnächst gesperrt werden, ist Tatsache. Allerdings sollte uns ein fester Termin genannt werden, damit wir auch von unserer Seite rechtzeitig aufklären können.
Diese Möglichkeit haben wir nun nicht mehr und müssen nun also im Nachhinein versuchen, die Wogen zu glätten.

Kurz zur Ausgangslage. Ursprünglich sollten ca. 15 Wege bzw Abschnitte im niedersächsischen Teil des NP gesperrt werden. Nach internen Diskussionen (sicher auch zum Teil durch den Druck von außen, z.B. der IG Harz, verursacht) wurde diese Liste schon innerhalb der NPV auf 11 Wege reduziert und außerdem wurde ein Arbeitsprojekt (Wolfswarter Fußweg) mit

aufgenommen.
Bei der Begehung der Wege am 24.6. konnten wir, die anwesenden Vertreter der Mountainbiker und des Tourismus, 5 dieser 11 Wege von der Liste bekommen, zum Teil unter Beobachtung bzw Auflagen.
Die bald gesperrten Wege:
- Pionierweg: steht explizit im Protokoll, das wir die Notwendigkeit zur Sperrung keinesfalls sehen. Allerdings wurde hier leider in der Vergangenheit von einigen Mountainbikern auch viel Mist gebaut, der dafür sorgte, das die Nationalparkverwaltung nicht verhandlungsbereit war.
- Alter Kaiserweg: Argumentation für uns so auch nicht nachvollziehbar, aber auf Grund der Kürze und Beschaffenheit des Weges ein eher verschmerzbarer Verlust.
- Ettersklippenweg: zertifizierter und geschützter Wanderweg, Argumentation des NP nachvollziehbar, Begegnungsverkehr kann schon die Zertifizierung kosten. Ausweichrouten vorhanden (Sellengründerweg wird z.B. nicht gesperrt, ist nah und ähnlich).
- Kiesweg am Besucherzentrum Torfhaus: kurzer Kiesweg, von einigen Mountainbikern gern zerbremst, völlig uninteressant (diverse interessantere Ausweichmöglichkeiten).
- Märchenweg. Argumentation der NPV wird von uns nicht vollumfänglich geteilt, aber wir sehen auch, das der Weg Probleme hat. Da es eine Alternative gibt, erscheint uns eine Sperrung noch verschmerzbar.
- Uferweg Oderteich Ost: auch wenn es Alternativen gibt, ist diese Sperrung schon schmerzhaft. Anspruchsvoll, an einigen Stellen auch eng und unübersichtlich, aber mit gegenseitiger Rücksichtnahme auch Begegnungsverkehr möglich. Als Alternative gibt es immerhin den westlichen Uferweg.
Ich weise darauf hin, das nach unserer - explizit auch bei der Begehung vorgetragenen - Auffassung keine einzige Sperrung nötig wäre!
Was hier vorerst beschlossen wurde, ist ein Kompromiss zwischen dem Nationalpark Harz als bevollmächtigter Behörde sowie der Nutzergruppe der Mountainbiker. Der Nationalpark Harz kann auf Grund der rechtlichen Situation (Nationalparkgesetze plus Wegeplan) jederzeit einen Großteil der Wege für Mountainbiker sperren und ist den Mountainbikern weder Rechenschaft schuldig oder in irgendeiner Art verpflichtet, auf uns Rücksicht zu nehmen. Er kann also jederzeit auch ohne Begründung sperren. Eine eventuelle juristische Handhabe dagegen ist momentan völlig unklar und wenn überhaupt nur mit großem Aufwand möglich.
Kurz: der Nationalpark sitzt am ganz langen Hebel, wir haben eigentlich gar keinen, außer uns Gehör zu verschaffen sowie Diskussions- und Kompromissbereitschaft zu zeigen. Insofern sehen wir es als kleinen positiven Schritt, dass letztlich 9 der ursprünglich 15 zu sperren geplanten Wege offen bleiben.
Bitte vergesst auch nicht, dass der Nationalpark nach wie vor zwischen den Nutzergruppen sitzt. Es kommen eben immer wieder Beschwerden von Wanderern, ob gerechtfertigt oder nicht. Allerdings sind die Wanderer-Verbände da viel entspannter.
Hier das gesamte Protokoll:

Ergebnisprotokoll
Ortstermin zu problematischen Wegebereichen im Nationalpark Harz am 24.06.2015
TeilnehmerInnen
Herr Wenzel (DIMB), Herr Zander (Mountainbikeguide, trailtech), Herr Lutz (DEHOGA / Ferienpark Harz), Herr Heineke (Harzklub Zweigverein Bad Harzburg), Frau Hullen, Frau Bauling, Herr Dr. Knolle, Herr Maßmann (Revier Wolfstein), Herr Schultze (Revier Bruchberg), Herr Weinert (Revier Rehberg), Frau Dr. Kirzinger (alle Nationalpark Harz)
Anlass
Im Nationalpark Harz ist gemäß Wegeplan für den Nationalpark Harz (2011) festgelegt, dass das Rad fahren „auf allen ausgeschilderten Wanderwegen erlaubt“ bleibt (S. 33). „Strecken, die z. B. wegen ungeeigneten Untergrundes, wegen hoher Frequentierung oder aus anderen triftigen Gründen zum Rad fahren bzw. Mountainbiken (MTB) gesperrt werden, werden durch entsprechenden Sperrschilder im Gelände kenntlich gemacht und im Internet … bekannt gegeben“ (S. 33). Wanderer haben jedoch Vorrang auf den Wegen. 
Auf einigen Wanderwegeabschnitten kam es aufgrund steigender Zahlen insbesondere von Mountainbikern in den letzten Jahren zu unterschiedlichen Problemen (Begegnungen Wanderer-Biker, Wege- und Vegetationsschäden), weswegen im Teil Sachsen-Anhalt einige Wegeabschnitte für RadfahrerInnen und MountainbikerInnen gesperrt wurden (insg. ca. 14 km). Dies sollte 2013 auch im Teil Niedersachsen für einige Wege erfolgen, die problematische Streckenabschnitte aufweisen. Da dies zu Protesten in Bikerkreisen führte, wurden 2013 bei einem Gesprächstermin vereinbart, dass die betroffenen Wege gemeinsam bei einem Ortstermin begangen und mögliche Maßnahmen besprochen werden sollten. 
Die DIMB IG Harz stellt hiermit klar, das sie alle Sperrungen, auch wenn die Begründungen nicht vollumfänglich mitgetragen werden, respektiert und für ihre Mitglieder und alle Mountainbiker die Einhaltung dieser Sperrungen als selbstverständlich erachtet!
Ergebnis (Nr. siehe Kartenanlage)
1. Bereich Revierförsterei Wolfstein: 
? Pionierweg incl. Abzweig Skidenkmal (Nr.1; Länge ca. 4,1 km): 
Entscheidung der Nationalparkverwaltung: Sperrung des Weges 
Begründung: Weg teilweise sehr schmal, teilweise über Bohlenstege, bereichsweise erhebliche Wege- und Vegetationsschäden; Eckerquerung nur über Steine in der Ecker möglich; auf sachsen-anhaltischer Seite für Radfahren/MTB bereits gesperrt. Alternative Radfahrmöglichkeiten sind in Richtung Brocken und Torfhaus vorhanden.
Anmerkung DIMB IG Harz: die Begründungen und damit die Sperrung an sich können wir nicht in Gänze nachvollziehen und sie sind aus unserer Sicht für das Radfahren in der Region um den Eckerstausee bedauerlich. Die gezeigten Probleme könnten nach unserer Meinung behoben bzw. entschärft werden: durch entsprechende Beschilderung und Pflege- sowie Wegebaumaßnahmen.
? Alter Kaiserweg (Nr. 2; Länge ca. 1,6 km): 
Ergebnis: Sperrung des Weges 
Begründung: Schmaler Weg, wegen des stellenweise nassen Untergrundes Wegeschäden vorhanden. Parallele Strecke für Biker auf Linienweg. Der Alte Kaiserweg sollte den Wanderern für einen ungestörten Naturgenuss überlassen bleiben, ohne dass sie sich durch die schnelleren Biker gestört fühlen müssen.
? Sellengründerweg (Nr. 3; Länge ca. 1,6 km):
Ergebnis: Der Weg bleibt vorerst offen. Er wird mit Schildern, für die Herr Wenzel Beispiele zur Verfügung stellt und die zu gegenseitiger Rücksichtnahme und einvernehmlicher Nutzung des Weges aufrufen, versehen. Für eine Testphase von 3 Jahren soll beobachtet werden, ob das Miteinander von Bikern und Wanderern hier funktioniert. Gleichzeitig soll die Wegeentwicklung beobachtet und dokumentiert werden. 
Begründung: schmaler Pfad z.T. in Serpentinen, steil und dicht von Vegetation umstanden, Ausweichen von Wanderern stellenweise kaum möglich. Jedoch wenig von Bikern frequentiert, deshalb Testphase mit Beschilderung. 
Gleiches Vorgehen wird, ohne Ortsbesichtigung, für den Winterberghangweg (Nr. 5; Länge ca.2,8 km) beschlossen.
? Ettersklippenweg (Nr. 4; Länge: ca. 1,7km): 
Ergebnis: Weg wird gesperrt.
Begründung: schmaler Wanderpfad, z. T. steil und streckenweise dicht von Vegetation umstanden. In diesem Bereich 4 Wege - Molkenhauschaussee, Kalte-Tal-Straße, Rodelbahn, Ettersklippenweg - vom Molkenhaus nach Bad Harzburg. Deshalb sollte einer dieser Wege den Wanderern allein vorbehalten bleiben, damit sie, von schnelleren Bikern ungestört, in Ruhe die Natur genießen können. Der Wegekomplex Molkenhauschaussee/Winterberghangweg/Ettersklippenweg wurde vor vielen Jahren mit viel Aufwand von der Nationalparkverwaltung von Forstbetriebswegen zu schmalen naturnahen Wanderpfaden zurückgebaut. Die Rodelbahn ist, ähnlich wie der Ettersklippenweg, ein schmaler Pfad und deshalb auch für MTB reizvoll; die Kalte-Tal-Straße dagegen eine breite, z. T. geteerte Forststraße, so dass für die Vorlieben der unterschiedlichen Biker – von schnellem, sportlichem Fahren auf der Kalte-Tal-Straße bis ruhigem Naturgenuss auf der Rodelbahn – alle Möglichkeiten vorhanden bleiben, auch wenn der Ettersklippenweg gesperrt wird.
1. Nationalpark Besucherzentrum Torfhaus:
? Verbindungsweg vom Besucherzentrum zum Schubensteinweg (Nr. 6; Länge ca. 0,5 km):
Ergebnis: Weg wird gesperrt
Begründung: Weg wurde vor 2 Jahren im Rahmen der Außengestaltung des Nationalpark-Besucherzentrums neu und naturnah für Wanderer als Alternative zum stark vom Verkehr geprägten Wanderweg in den Nationalpark entlang der Bundesstraße angelegt; Radfahrer verursachen durch Bremsen auf dem Schotter Erosion und durch Abkürzungen Vegetationsschäden. Einstieg für Radfahrer in den Nationalpark ist wenige Meter nördlich möglich.
1. Revierförsterei Bruchberg:
? Märchenweg (Nr. 7; Länge ca. 2,1 km): 
Ergebnis: Weg wird gesperrt.
Begründung: massive Wegeschäden mit tiefen Spurrillen wegen des moorigen, nassen Untergrundes; viele Streckenabschnitte mit Bohlenstegen, in deren Endbereichen die Schäden sehr ausgeprägt sind. Paralleler Auerhahn/ Bohlweg wurde speziell für Mountainbiker frei gegeben.
? Uferweg Oderteich Ost (Nr. 8; 1,3 km): 
Ergebnis: Weg wird gesperrt.
Auf eine Ortsbesichtigung wird verzichtet, da der Weg den anwesenden Bikern gut bekannt ist; der Sperrung wird wegen der ausgedehnten Bohlenwege und der zunehmenden Wegeschäden in Nassbereichen zugestimmt.
? Anmerkung der DIMB IG Harz: leider erwies sich die Sperrung des Oderteichweges Ost in der Gemeinschaft der Mountainbiker als nicht so leicht zu akzeptieren. Er stellt eine gern genutzte Verbindung zum Beispiel bei Harzquerungen dar. Außerdem wird im Rahmen der weiter unten (Punkt 5.) entwickelten Grundlage für die Wegnutzungen, das Bohlenwege generell mit geschobenem Rad genutzt werden, einer der Sperrungsgründe entkräftet. Wir würden gern hier doch noch einmal eine interne Besichtigung, gern auch mit Mitarbeitern des NP Harz, durchführen und diskutieren, ob nicht eine Sensibilisierung durch Beschilderung zielführender ist.
? Butterstieg (Nr. 9; ca. 1,2 km): 
Ergebnis: Der Weg bleibt vorerst offen. Verfahren wie beim Sellengründerweg.
Begründung: schmaler, z. T. sehr steiler Pfad durch den Wald, in Teilbereichen sehr ausgefahren und teilweise schlecht einsehbar; mehrere „Abkürzungen“, die offensichtlich von Bikern verursacht wurden, um direktere Routen zu fahren. Bei Begegnungen Ausweichen wegen dicht stehender Vegetation und steinigem Untergrund problematisch. Da aber bisher die Nutzung durch Biker noch nicht hoch ist, wird hier ebenfalls eine Testphase (siehe Sellengründerweg) vereinbart. Der Wegezustand wird beobachtet und dokumentiert.
? Außerdem: Wolfswarter Fußweg: Dieser Weg ist als Teil der Volksbank Arena Harz nicht zur Sperrung vorgesehen. Der Weg ist stark ausgewaschen und erodiert und damit die Wasserableitung zu den Seiten hin nicht mehr gegeben. Von Herrn Schultze wurde dieser Weg für die geplante Wegeinstandsetzungsmaßnahme als Gemeinschaftsprojekt MTB/NLP vorgeschlagen. Dazu sollen in den Weg von oben her seitliche Abschläge eingebracht werden, um die Wasserführung aus dem Weg heraus zu gewährleisten. Das Projekt soll im Herbst (September/Oktober) mit Medienbeteiligung durchgeführt werden, um die Zusammenarbeit zwischen Nationalpark und Mountainbikern zu demonstrieren. Die Biker-Verbände werden ihre Mitglieder zur Beteiligung aufrufen. Termin für die Arbeiten in Absprache mit Herrn Schultze und Herrn Bock.
DIMB IG Harz: wir freuen uns auf dieses Projekt und eine “handfeste” Zusammenarbeit mit dem Nationalpark!
1. Revierförsterei Rehberg (Herr Weinert):
? Sonnenberger Graben (Nr. 10; ca. 1,9 km): 
Ergebnis: Der Weg bleibt vorerst offen. Verfahren wie beim Sellengründerweg.
Begründung: schmaler Pfad entlang der Grabenkante des Sonnenberger Grabens (Weltkulturerbe Oberharzer Wasserwirtschaft), deshalb in Teilbereichen Begegnungsverkehr kaum oder nicht möglich, da sich auf der einen Wegeseite unmittelbar der Graben, auf der anderen eine z. T. sehr steile Böschung befindet. Trotzdem soll der Weg analog dem Sellengründerweg für eine Testphase vorerst offen bleiben, da er in großen Streckenabschnitten gut einsehbar ist und mit gegenseitiger Rücksichtnahme (Absteigen, Warten) Begegnungsverkehr möglich ist
1. Außerdem:
? Wegeabschnitte über Bohlenstege: Vorschlag der Biker-Vertreter, dass Biker grundsätzlich auf Bohlenwegen vom Rad steigen müssen. Dies wird in den entsprechenden Foren und auf den Internetseiten der Biker-Organisationen bekannt gegeben. 
? Wichtigste Informationsquelle für Biker ist inzwischen das Internet. Deshalb ist es besonders wichtig, dass dort entsprechende Informationen über Strecken, Vorgaben und Einschränkungen schnell und leicht zu finden sind. Bei der derzeit laufenden Überarbeitung des Internetauftritts des Nationalparks wird dies berücksichtigt.
? Es wird vereinbart, dass nach Abstimmung unter den Beteiligten eine kurze Pressemitteilung über den Termin an die Medien gegeben wird, da der Termin im Vorfeld in der Presse bekannt wurde. Einzelheiten sollen aber erst weiter gegeben werden, wenn die vereinbarten Maßnahmen erfolgt sind. Es ist erst dann sinnvoll, die Sperrungen bzw. Beschilderungen zur gegenseitigen Rücksichtnahme in der Öffentlichkeit bekannt zu machen, wenn sie umgesetzt werden, da sonst die entsprechenden Hinweise im Gelände fehlen, was zu Unmut und Verunsicherung führt. Der Nationalpark wird sich um die entsprechende Beschilderung kümmern und Bescheid geben, wenn die Schilder im Gelände angebracht werden können. Herr Wenzel wird dem Nationalpark die Beispiele für die o.g. Schilder zu den „Teststrecken“ liefern.

Für das Protokoll
Andrea Kirzinger